Trip Reports

 

Croatia-Roadtrip, July 2013

 

Nach einem zweitägigen Abstecher am Gardasee ging es über Venedig und Triest gen Süden nach Kroatien.

Den ersten Glückstreffer auf dem Weg landeten wir bereits 10 Minuten nördlich von Trieste, im Vorort Barcola. Dieser wird bereits im Spotguide Europe als guter Bora-Spot erwähnt, was wir nur bestätigen können.
An einem gut windigen Morgen um 5 Uhr früh standen wir zwar an dem kleinen Surfclub Barcoletta vor verschlossenen Toren. Allerdings dauerte es nur ein paar Minuten, bis die ersten Locals eintrafen und uns freundlich in Ihrer Mitte aufnahmen. So konnten wir uns 3 Stunden lang über Flachwasser pur full power mit den 5er Segeln erfreuen.

Auf dem Weg bis zu unserem Trip-Ziel (die Insel Brac) liefen uns noch einige wundervolle Bora-Spots über den Weg: unter anderem Klenovica (s. Foto rechts), wo man nach kurzem Fußmarsch von den Parkplätzen vor dem Campingplatz aus sideshore in die Flachwasserbucht starten kann.

Im kleinen Örtchen Nin (bei Zadar), befindet sich eine Kiteschule auf der Landzunge zwischen Meer-Ausläufer und kleinem Flachwasserbecken dahinter (Foto rechts). Hier kommt die Bora angeblich nur mäßig an, dafür funktioniert der Spot des Öfteren bei Westwind-Lagen.

Den Thermikspot in Bol auf der Insel Brac erreicht man in etwa 45 Minuten mit dem Auto von Supetar, wo die Fähre (von Split aus ca. 1 Stunde Fahrt, ca. 60€ für 2 Personen mit Camper über 5m Länge) ankommt. Die nette kleine Ortschaft bietet in sehr schönem Ambiente viele Restaurants, Cafés und Shops zum genießen und flanieren (Foto rechts). Allerdings auch Massen an Bade-Touristen, die von den eintreffenden Ausflugsbooten in Reih und Glied zum Badstrand Zlatni Rat Beach pilgern und ihre Strandliegen einzunehmen. Surfen ist nur an einem Spot erlaubt: nämlich am Strand vor den riesigen Hotelanlagen Blue Sun. Parkmöglichkeiten gibt es ausschließlich in der riesigen Parkplatzanlage des Hotels, welches für 77 Kuna (~10€) pro Tag (bzw. 50€ pro Woche) Parktickets herausrückt. Damit darf man aber auch über Nacht dort stehen bleiben und kann bis zum Uferfußweg auf ca. 25m an das Wasser heran parken. Am Strand befinden sich mehrere Surfschulen und ein nahe gelegenes Restaurant mit (bei Wild-Campern hoch geschätzten) Toilettenanlagen. Strandduschen zum Entfernen der Sonnencreme-Salz-Schicht nach dem Surfen sucht man hier allerdings leider vergeblich, was wir als großen Minuspunkt für den Spot empfunden haben. Wer frech ist, fragt aber einfach (erfolgreich) bei den freundlichen Angestellten der Hotel-angehörigen Tauchschule nebenan nach, ob man schnell ihre (heiße!!!) Außendusche verwenden darf - oder wartet, bis nachts niemand mehr dort ist ;-).
Wir hatten während unseres Aufenthaltes auf der Insel in 4 von 5 Tagen Wind, 2 Tage davon allerdings an dem NO-Spot der Insel (Povlja - siehe Foto rechts) bei Bora. Einen wundervollen ersten Surftag bescherte uns Bol bei einem guten westlichem Grundwind von ca. 15 Knoten und wolkenfreiem Himmel: durch die Thermikverstärkung nachmittags ab ca. 13 Uhr durften wir uns gute 3 Stunden lang über 5-6 bft. freuen. Das Wasser ist anfangs sehr schön flach mit kleinen Windwellen. Wird der Wind stärker, entstehen aber spätestens nach 1 Stunde Kappelwellen von ca. 1m Höhe, die aber teilweise schöne Sprungschanzen mit ausreichend Abstand voneinander bilden. Kreuzt man etwa 400m auf, unterhalb des Zlatni Rat Beach, findet man dort auch einen Flachwasserbereich. Allerdings sind die Gewässer vor Bol ziemlich überlaufen von Booten aller Art, Windsurfern und Kitern, wodurch das Wasser mit der zeit sehr zerfahren wird. Diese angenehmen Windstärke des ersten Tages konnten wir leider nur ein mal genießen, denn an den folgenden Tagen fehlte es entweder an westlichem Grundwind oder die Thermik setzte auf Grund von Quellwolken nur mäßig ein. So kann man den Spot zusammenfassend eher für Segelgrößen ab 6qm empfehlen. Mit kleineren Segeln ist wohl meist ein sehr aktiver Fahrstil mit etwas weniger Gleitspaß angesagt. Die Lokals und Anghörigen der Surfschulen haben wir leider nicht als sehr aufgeschlossen kennengelernt und uns nicht (wie sonst gewohnt) sofort in die Gemeinschaft aufgenommen gefühlt. Das Könnensniveau erschien uns an diesem Spot auch erstaunlich niedrig. So heizte man überwiegend mit 5.3er Segel gut angepowert und immer wieder staunend an zahlreichen Stehseglern und Handbremsen-Kandidaten mit ihren 6 bis 8qm-Segeln vorbei. Anfängerkurse und Freeride werden hier groß geschrieben, teilweise findet man auch Racer und Großsegler vor, Freestyler sind eher selten. Funktioniert die Thermik mal nicht, können wir nur wärmstens den Wasserfunpark für ca. 7€ pro halbe Stunde ans Herz legen! Dieser Abstecher lohnt sich wirklich und bessert die miesepetrige kein-Wind-Laune des Boardheads auf unerwartet wirkungsvolle Weise extrem auf! ;-) Des Weiteren gibt es auch Bike-Verleihs, die einem schöne MTB-Trails ganz in der Nähe sagen können, sowie Internetcafés, Minigolf, Tischtennis etc. in dem schönen Städtchen.

Den traumhaften Bora-Spot Povlja (an der NO-Küste der Insel Brac) fanden wir auf gut Glück, da auf Grund einer ausgeprägten Bora-Lage nicht mit Thermik zu rechnen war und der NO-Wind in Bol erst nach etwa 100m ablandig das Wasser erreichte. Also machten wir uns um 5h frühs auf Richtung Ost-Küste der Insel, in der Hoffnung, schnell einen geeigneten Bora-Spot zu finden. Dies war dann mit dem kleinen, sehr netten und abgelegenen Örtchen Povlja (siehe Fotos rechts) tatsächlich der Fall, welches man in ca. 30-40 Minuten (bei Boardhead-hat-Wind-gewittert-Fahrtgeschwindigkeit) erreichen kann. Der abgelegene kleine Strand bietet einen perfekten Bora-Spot mit side-on-Bedingungen bei einer unbebauten schönen Landzunge vor der Buch der kleinen Stadt, von dem man ganz gemütlich vom Kiesstrand sideshore losheizen kann. Parken kann man dort problemlos an der Straße, das Surfzeug muss man allerdings gute 60m einen sehr unebenen Schotterweg bis zum Ufer schleppen (wenn man nicht im Besitz eines 4x4-Surfmobils bzw. sehr viel Optimismus ist, was die Bodenfreiheit des Autos angeht). Wir hatten zwei Tage hintereinander das Glück eine zwar etwas böige, aber mit 4-7bft. für unsere 5er Segel perfekte Bora mit guten 1m hohen Wellenschanzen zu erleben. Fährt man etwas unterhalb der Landzunge knapp ans Ufer, hat man sogar einen kleinen Flachwasserbereich. Funktioniert die Bora kann man dort von 5 Uhr frühs mit dem Sonnenaufgang bis ca. 9 Uhr richtig Spaß haben, bis die Bora dann böiger wird und die Touristen langsam zum Sonnebaden anrücken. Der/ die glückliche, erschöpfte Surfer(in) kann sich im 5 Auto-Minuten entfernten Örtchen Povlja anschließend über Panorama-Strandduschen und nette Cafés und Restaurants erfreuen, bevor es dann womöglich zurück nach Bol geht, in Hoffnung auf die Nachmittagsthermik. Locals erzählten uns, dass Povlja allerdings bei Bora eher zum 3.5er-Segel-Revier mit größeren Wellen mutiert, was wir allerdings nicht selbst erlebten.

Insgesamt hatten wir mit 9 von 11 Tagen Stark- bzw. ausreichend Wind für unsere 5er Segel einen sagenhaften und wunderschönen 2-wöchigen Kroatien-Roadtrip mit vielen Spots, die wir wirklich weiterempfehlen können. Allerdings sollte man für den Kroatien-Trip natürlich einen Batzen Zeit und Sprit-/ Mautkosten einplanen.

 

 

 

 

 

 


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